Dominica – Green Paradise

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Diese Insel war für uns eine echte Entdeckung! Wir lasen ein wenig darüber in anderen Blogs, insbesondere vom gut ausgebauten Wegnetz für Hikes. So nahmen wir uns vor, etwas länger auf der Insel zu bleiben und dies ausgiebig zu nutzen. Die Überfahrt von Martinique war sportlich und flott, aber hier sind eh alle Inseln in Sichtweite. Also stellt dies jeweils keine besondere Herausforderung dar. Bei Ankunft begrüsste uns ein prächtiger Regenbogen und wir legten an einer der Moorings vor Roseau an. Der Grund ist hier zu tief, als dass man vernünftig ankern könnte und die Moorings sind ausserordentlich gut überwacht.

Wir lernten so Marcus kennen und schätzen, der sich seit Jahren nun um die Sicherheit der Yachten in der Bucht kümmert. Welch ein Kontrast zu Saint Lucia mit seinen aufdringlichen Boatboys. Diese Insel und deren Bevölkerung sind sehr beeindruckend. Innert drei Jahren wurde sie gleich von zwei massiven Hurrikans betroffen, in 2017 war es Maria, in 2015 Erica. Marcus erzählte uns sehr eindrücklich, wie er diese Zeit erlebte. Er brachte sich mit seiner Partnerin und Kind in der Kirche unten in Newtown in Sicherheit. Selbst dort war der Lärm des Sturmwinds und das Knallen der herumfliegenden Gegenstände furchterregend. Nach dem Sturm war sein Haus samt der Einrichtung komplett weggefegt. Nur noch die Fundament-Stützen standen noch. Der Regenwald war völlig ausgelichtet, praktisch keine Blätter mehr vorhanden. Er erkannte seine Insel fast nicht mehr. Zum Glück kamen von allen Nachbarinseln, sowie von der EU und den USA rasch Hilfe für die Aufräumarbeiten. Allerdings ist der Wiederaufbau noch lange nicht abgeschlossen. Aber insgesamt ist die Infrastruktur wieder soweit hergestellt, dass nun fast täglich Kreuzfahrtschiffe anlegen und damit Devisen und Arbeit einbringen.

In Roseau erledigten wir die Formalitäten mit Zoll und Immigration völlig unbürokratisch und schnell. Dann konnten wir endlich wieder unsere Gasflasche mit Propan auffüllen. Die letzte Füllung in Portugal hat damit seit September bis nach Martinique durchgehalten. Allein, dort konnten wir nicht nachfüllen.

Middleham Falls (Waitukubuli Trail Segment 4)

Der Waitukubuli Trail ist Dominca’s Stolz: ein Weg quer über die ganze Insel von Süden nach Norden, vorbei an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Es hätte uns schon gereizt, aber dazu reichte dann der Mumm und die Zeit doch nicht. Wir kamen per Anhalter von Roseau bis hinauf nach Laudat zum Trailhead. Von dort ging es in etwa 1.5h durch wunderbaren Regenwald entlang eines gut ausgebauten Wegs zum 90m hohen Middleham-Fall. Aufgrund der Erfahrung bis dorthin, setzten wir den Weg fort und folgten dem Waitukubuli Trail bis nach Ponds Cassé. Der Weg war gut gekennzeichnet und freigeräumt und führte durch (offensichtlich wegen Maria) nicht mehr ganz so dichten, aber nicht minder sattgrünen Regenwald. Wir erspähten auch mal Dominica’s National Bird’s, kleine Papagaien die laut krächzend davonflogen.

Allein, kurz vor dem Ende des Trail-Segments, das auf die Strasse quer über die Insel stiess, war eine Brücke offenbar weggerissen worden. So kam doch noch etwas Abenteuer ins Spiel, galt es doch fast senkrecht ins Flussbett hinab abzusteigen und auf der Gegenseite dann wieder ebenso steil wieder hochzukraxeln. Aber selbst hier waren Seile als Hilfen angebracht worden. Per Anhalter kamen wir dann von Ponds Cassé auch wieder zurück nach Roseau. So bekamen wir ein gutes Gefühl, dass die Wege auf Dominca sich ausgezeichnet zum Wandern eignen.

Boeri & Freshwater Lake

Erneut nahm uns am Morgen ein Fahrer mit hinauf nach Laudat und führte uns gleich bis zuhinterst auf der Strasse zum Freshwater Lake. So kamen wir ungeplant dazu, sowohl zum Boeri Lake am Fuss des Morne Trois Piton zu steigen und anschliessend den Weg rund um den Freshwater Lake zu gehen. Dieser führte über die Kreten steil auf und ab und bot grossartigen Ausblick an die Ostküste der Insel hinunter.

Der See wurde gestaut und dient einerseits als Trinkwasser-Reservoir, andererseits als Druckwasser für ein Wasserkraftwerk. Ein Angestellter des Kraftwerks, der uns ein Stück des Weges mitnahm, erklärte uns die Anlage. In drei Stufen wird das Wasser turbiniert, wobei die unterste Stufe von den Schäden durch Maria noch nicht wieder in Betrieb genommen werden konnte. Dort hat es die Druckwasserleitung weggespült. Die Generatoren stammen von ABB aus der Schweiz. Hydro ist somit die Hauptenergiequelle der Insel. Neu soll nun eine Anlage für Geothermie hinzukommen, die die bisherigen Diesel-Kraftwerke ersetzen könnte.

Boiling Lake

Diese Wanderung wurde als Höhepunkt angepriesen, gleichzeitig aber auch als sehr herausfordernd beschrieben. Nun, wir machten uns also am frühen Morgen auf den Weg zum Ausgangspunkt in Trafalgar. Erst folgte gut 2h Aufstieg durch wunderschönen Regenwald bis hinauf auf die Wasserscheide in der Mitte der Insel. Der Weg war wie üblich gut ausgebaut und mit Stufen versehen. Von der Krete aus sah man auf der einen Seite bis hinab nach Roseau an der Westküste, während von Osten der Wind Wolken an den Berghang drückte. Diese regnen dort wie üblich aus, sodass uns ein nasser Abstieg ins Valley of Desolation bevorstand.

Der Name dieses Tals ist Programm! Es dampft und kocht aus dem Untergrund. Die Erde zeigt sich in den verschiedensten Farben von den diversen Mineralien. Weiter hinten im Tal konnte man aus den aufsteigenden Nebelschwaden den Boiling Lake erahnen. Allerdings galt es den Weg durch ein Gewirr von Busch, Bachläufen und steilen Abhängen zu suchen. Im Regen und Nebel ereichten wir schliesslich den See, in dessen Mitte kochendes Wasser aufsteigt, wie in einem ständig blubbernden Teekessel. Schliesslich waren wir nach gut 6h ziemlich müde wieder am Ausgangspunkt zurück.

Trafalgar Fall

Nach dem langen Tag gönnten wir uns einen gemütlichen Tag mit heissen und kalten Bädern im Trafalgar Fall. Hier kommen gleich zwei Wasserfälle zusammen, Papa und Mama Fall, wobei der erste für Hochgenuss sorgt! Wir stiegen hinauf bis zum Fuss des Falls, wo auf der einen Seite eine heisse Quelle fliesst, während daneben der Fall kaltes Wasser bringt.

Syndicate Trail & Fall (Waitukubuli Trail Segment 11)

Nach einer Woche verlegten wir mit der Shiva nach Portsmouth im Norden von Dominica. Auch hier haben sich einige Leute zusammengetan und bieten für Cruiser sichere Moorings und ein gutes Dinghy-Dock an. Und jeden Sonntag Abend gibt es ein legendäres BBQ, an dem sich die Segler in der Bucht treffen. Wir assen gut und tranken ausgiebig, sodass das Aufstehen am nächsten Morgen  etwas schwer fiel.

Diesmal führte uns eine Wanderung vom Küstenort Picard aus hinauf zur Syndicate Estate. Die mächtigen Baumriesen im Wald, die Vielfalt von Pflanzen und das intensive, satte Grün, es war einmal mehr ausgesprochen eindrucksvoll. Die Vegetation scheint hier richtiggehend zu explodieren, so schnell und mächtig wächst hier alles. Und so kamen wir auch wieder zu einem weiteren schönen Wasserfall.

Dominica – The Green Island

Diese Insel wirbt mit diesem sehr berechtigten Slogan. Dank der wenig, eher auf Individual-Tourismus ausgerichteten Infrastruktur ist viel der ursprünglichen Natürlichkeit erhalten geblieben. Und trotz der Schicksalsschläge durch die immer wieder auftretenden Hurrikans, trotz der relativen Armut, waren wir beeindruckt von der grossen Freundlichkeit und Fröhlichkeit der Einwohner. Definitv ein weiterer Ort, an den man bei Gelegenheit unbedingt zurückkehren muss!

This Post Has 2 Comments

  1. inviaadmin

    Schöner Bericht mit vielen Bildern! Auch wir empfande Dominica als traumhaft und können einen längeren Aufenthalt nur empfehlen.

    Stefan
    http://www.sail-invia.com

  2. Ralf SY Flora

    Das macht noch mehr Lust darauf, es Euch im nächsten Jahr nachzumachen. Danke für den klasse Bericht.

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