Eigentlich hatte ich keine Erwartungen an diesen mir bisher völlig unbekannten Staat. Der Ort trat mir vor vier Jahren ins Bewusstsein, als der gewaltigste je von Instrumenten aufgezeichnete Unterwasservulkan Hunga Tonga explodierte und einen Tsunami über den ganzen Pazifik aussandte, der sogar in Peru (!) einige Todesopfer forderte. Tonga liegt auf dem pazifischen Feuerring. Doch die derart nahe Begegnung mit Buckelwalen wird uns fest ins Gedächtnis eingeprägt bleiben. Aber auch so, wir entdecken ein für uns ein weiteres, unerwartet schönes Revier!
Passage Niue nach Tonga (261NM, 250S & 11M)
Wir erwischen einmal mehr ein recht gutes Timing für dieses letzte Teilstück über das sogenannte «Dangereous Middle». Es sind ja auch nur noch knapp 1.5 Tage resp. 260NM. Doch mit Wind aus ESE und einem Kurs von ziemlich genau W bedeutet dies einen nentspannten Kurs auf Raumschot, also Wind von hinten. Die rund 20kn Wind kommen einem nicht als besonders viel vor, denn bei 7kn Fahrt bleibt ja nur noch ein scheinbarer Wind von knapp 15kn übrig. Wir queren zwei ganz spezielle Linien auf dieser Passage. Zuerst erreichen wir um 15:39h am ersten Tag den Längengrad 171° 18″W, also denselben, der bei 8° 42E durch Winterthur geht. Wir sind also auf dieser Kugel nun genau gegenüber!
Die zweite Linie ist eher imaginär, aber nicht minder bedeutend. Nachts um 00:48 vom 02.09. erreichen wir bei 172° 30″ die Datumsgrenze, und damit ist dieser 02.09. auch schon vorbei und geht nahtlos als 03.09. weiter. So werden all die vielen Stunden kompensiert, die wir auf unserer bisherigen Reise nach Westen jeweils unsere Uhr zurückgestellt haben. Statt 11h in der Zeit hinter Mitteleuropa zu sein, sind wir nun plötzlich 13h voraus.
Aber all diese Linien hätten wir ohne GPS und Plotter gar nicht erkannt. So erkennen wir einmal mehr ehrfürchtig, welche grossartige Leistung die früheren Seefahrer erbracht hatten und welchen unglaublichen Wagemut sie dazu aufbringen mussten. Wir haben mittlerweile sogar auf hoher See Breitband-Internet, können nicht nur einen Wetterbericht und Windprognosen damit laden, sondern gleich auch noch einen Whatsapp-Status publizieren, den Tages-Anzeiger lesen und E-Mails senden und empfangen. Es ist irgendwie verrückt!
Wir erreichen nach recht zügiger Fahrt insbesondere im Verlauf des 2. Tags die Einfahrt ins Archipel von Vava’u in Tonga am frühen Nachmittag. Es folgen nochmals über 20NM zwischen zahlreichen Inselchen und Riffen hindurch, bis wir die geschützte Bucht des Hauptortes Neiafu erreichen. Erneut belegt eine Rallye praktisch alle Moorings … (grrr!), doch wir können gegenüber des Docks zwischen einigen anderen Schiffen auf Anhieb gut und fest ankern. So haben wir unser Ziel also noch vor Sonnenuntergang erreicht, geniessen einen Sundowner resp. Ankerbier und die Reste des feinen Steinpilz-Risotto zum Znacht.














Am nächsten Morgen stärken wir uns mit Pancakes und verlegen dann auf 09h hinüber ans Customs Dock zum Einklarieren. Die Gastlandflagge von Tonga wie auch die Q-Flagge habe ich schon am Vortag bei Einfahrt gesetzt. Das seitliche Anlegen rückwärts ans stark verwitterte Dock gelingt problemlos, es hat ja auch kaum Wind. Am Dock warten wir gut eine Stunde, bis jemand dann einen Stapel Formulare vorbeibringt. Nach dem Ausfüllen der Formulare für Health, Biosecurity, Customs und Immigration (Passenger Cards) gilt es nochmals fast eine Stunde warten, bis endlich zwei Damen kommen, die Health und Biosecurity vertreten. Ihr primäres Interesse gilt dem Einziehen der ihnen zustehenden Gebühr, die sie grosszügig in USD umrechen. Inspiziert wird: nichts! Dann kommt der Vertreter von Customs und Immigration. Aufgrund seiner Körperfülle hätte er ohnehin nicht durch den Niedergang gepasst. Auch hier erfolgt keine Inspektion, allein die Pässe werden gestempelt und dann ein schöner Aufenthalt gewünscht. Gut so.
Ich besorge mir an einem ATM etwas lokale Währung (TOP; Pa’anga), kaufe auf dem Markt und in diversen Supermärkten etwas Früchte und Gemüse ein (Ananas!) und versuche eine Whale Tour zu buchen. Schwierig. Alles scheint ausgebucht, aber vielleicht gibt es da eine Option…
Tongan Feasts
Das Archipel im Norden von Tonga bietet eine Vielzahl von Meeresarmen, Buchten und Inselchen, die man entdecken kann und in denen man mehr oder weniger gut geschützt liegen kann. Mit dem bevorstehenden Wochenende verlegen wir zur Insel Vaka Eitu, die eine sehr gut geschützte Ankerbucht hinter einem Riff bietet. Zudem erwartet uns dort am Samstag Abend eine Tongan Feast bei David und seiner Familie. SY Wildmaa sind auch dort, ebenso wie SY Full Circle.















Am Abend fahren wir hinüber an den sehr flachen Strand vor David’s Anwesen. Auf einem offenen Feuer grillen zwei der Töchter je ein Spanferkel auf einem langen Holzspiess. Auf einem langen Tisch ist ein üppiges Buffet angerichtet. Es verspricht ein sehr schöner Abend zu werden. Es ist eine grosse Gruppe weiterer Cruiser anwesend. Am Nachmittag sind nochmals richtig viele Yachten in diese Bucht gefahren. Thea und Denis sind auch hier, daneben lernen wir zufälligerweise gleich nochmals zwei kanadische Crews kennen, die auf Vancouver Island leben. Fiona und Tommy auf SY Phambili stammen ursprünglich gar aus Südafrika, so haben wir viele Gesprächsthemen und einen angeregten Austausch. Kinder tollen herum, einige klettern auf den nahen Baum. Beeindruckt stellen wir fest, wie weit hinauf die sich wagen und fragen uns, ob die Eltern wohl auch etwas davon mitbekommen. Doch dann kommt’s wie es besser nicht gekommen wäre: Ein Knacken und dann ein hässlicher Aufschlag. Stille. Erleichterung, als ein schmerzerfülltes Wimmern zu hören ist. Ein elfjähriger Junge ist von weit oben herabgestürzt und wurde zu seinem Glück in einer Astgabel zuunterst am Stamm eingeklemmt. Kopfvoran nach unten! Zufälligerweise ist eine Kinderärztin anwesend, unser Gesprächspartner Tommy ist Notarzt. Zumindest ist viel Kompetenz da, jedoch nur sehr eingeschränkte Hilfsmittel. Nach langem Hin und Her ist ein Transport in David’s Fischerboot nach Neiafu (10NM entfernt) und die Aufnahme ins dortige Medizinische Zentrum organisiert. Die US-Amerikanischen Eltern verlegen mit ihrem riesigen Katamaran und den 4 Geschwistern im Dunkeln auch dorthin. Trocken meint der Vater: Mit unseren Jungs waren wir schon so oft im Notfall, der älteste ist auch schon einmal vom Baum gefallen und hat sich einen Schädelbruch geholt. Zum Glück stellt sich heraus, dass neben diversen Schürfungen am Kopf und Rücken «nur» ein Bruch am Oberarm mit ausgerenkter Schulter vorliegt, der jedoch gerichtet werden muss. Allerdings sind hierzu keine Spezialisten vor Ort und er muss ausgeflogen werden. NZL als primäres Ziel ging wegen Visa nicht, so wurde es dann Fiji.
Das Ereignis überschattete den ganzen weiteren Abend. Wir waren alle tief betroffen, das Ganze ging insbesondere mir sehr nahe. Nur schon die Vorstellung, was hätte geschehen können, liess mich lange nicht mehr los. Ich habe selber ja auch eine gehörige Portion Fatalismus angenommen, aber da gibt es auch Grenzen, bis wohin Eigenverantwortung reichen muss.
















Das Essen war sehr gut. Sogar richtigen Kartoffelsalat gab’s, kaum zu glauben! Danach boten die Töchter und Mutter einige traditionelle Tänze dar. Mein Kopf war woanders.
Swim with Whales
Wir bekommen überraschend dann doch eine Zusage für eine Whale Tour am Montag mit Whale Wise vom Elim Hotel. So verlegen wir in eine benachbarte Bucht hinüber nach Port Maurelle, wo uns dann das Motorboot morgens um 07h direkt abholen kommt. Judi und Alan von der Full Circle schliessen sich uns an, zudem sind nochmals 2 Chinesen aus Shanghai mit an Bord. In rasender Geschwindigkeit angetrieben von 2x 250PS flitzen wir in den Süden des Archipels. Viele kleine Inselchen grenzen dort einen offenen Seeraum von etwa 5x5NM ab, der bsi zu 100m tief ist. Dort gehen wir auf Pirschfahrt und suchen die Oberfläche nach Walen ab. Nach über 2h entdecken wir einen Blas und dürfen dann ein erstes Mal ins Wasser. Dummerweise vergass Brigitt meine Taucherbrille und Schnorchel an Bord … ausgerechnet heute!!! Die vom Guide zur Verfügung gestellte taugt nichts, Brigitt und ich müssen sich auf den Tauchgängen abwechseln.











In der Tiefe erkennen wir die Umrisse eines Bullen, der mit eindrücklichem, lautem Gesang eine Partnerin anzulocken sucht. Dazwischen ist auch ein Brummen zu hören, das sich sogar am Körper als Vibrieren spüren lässt. Nach einiger Zeit beginnt sich der Wal zu bewegen und taucht in langsamen, anmutigen Bewegungen direkt neben uns auf und bläst aus. Seine riesige Schwanzflosse zieht nur wenige Meter vor mir durch, sodass sich jedes Detail erkennen lässt. Er schwimmt weiter und taucht wieder ab.





Unsere nächste Begegnung wird nochmals eindrücklicher, wobei auch hier wieder über 1h weiteres Suchen dazwischen liegt. Eine Walkuh mit ihrem vielleicht zwei Monate alten Kalb taucht in der Tiefe. Das Kalb schwimmt verspielt herum und kommt immer mal wieder an die Oberfläche. Es dreht sich um die eigene Achse, wedelt mit den überlangen Seitenflossen herum und taucht wieder ab. Bei einer Gelegenheit tauchen beide gemeinsam auf, wirklich so nah bei den Schwimmern, dass der Guide uns zum Zurückweichen auffordert. Sie tauchen wieder ab, sind kaum mehr zu sehen, bis sie nacheinander aus dem Wasser in die Höhe schiessen, sich in der Luft elegant auf den Rücken drehen und mit einer riesigen Fontäne wieder zurück ins Wasser klatschen. Auch das Walbaby wiederholt dies mehrfach. Das Spektakel war schlicht grandios! Welch ein Glück wir mit unserer Waltour gehabt haben wird uns bewusst, wenn wir mit den Erlebnissen anderer vergleichen.
















Für Sandro geht damit seine Zeit an Bord zu Ende. Wir verlegen nochmals hinauf ins Städtchen Neiafu, wo wir uns nach über 6 Wochen von ihm verabschieden. Er will noch via Fiji erst einige weitere Pazifikstaaten in seiner Reisesammlung ergänzen (Tuvalu, sowie Wallis & Futuna), bevor er dann zurück in die Schweiz fliegt. Seit seinem Einstieg in Tahaa Ende Juli hatten wir eine sehr erlebnisreiche Zeit, doch es gab auch einige Herausforderungen beim Zusammenleben an Bord zu überwinden. Doch insgesamt war’s gut, aber wir geniessen jedenfalls wieder unsere zurückgewonnene Zweisamkeit und die damit verbundenen Freiheiten.
Inselhüpfen durchs Vava’u Archipel
Nach einem weiteren Tongan Feast im The Harbourview Cafe, das jedoch David’s Abend nicht das Wasser zu reichen vermochte, erkunden wir nun erstmals ein paar Buchten und Inselchen im Vava’u Archipel. Wir ankern hinter dem winzigen Mala Island, worauf ein kleines Boutique-Resort liegt. Bei schönstem Wetter können wir wieder einmal ausgiebig Schnorcheln. Wir entdecken zahllose Seesterne, tiefblau und schlank oder rosa und breit, dichte Fischpopulationen, doch leider kaum schöne Korallen. Auf dem Weg dorthin halten wir kurz vor der Swallows Cave mit der Shiva und schnorcheln abwechselnd zu den beiden Höhlen hinüber, während der andere diese an Ort hält. Ein weiterer Ankerplatz liegt beim Mouno Island, wo auch ein Resort liegt. Auch dort ist das Schnorcheln nur wenig ergiebig, die meisten Korallen sind abgestorben.








Zu unserem grossen Ärger versagt nun auch noch der Aussenborder wieder einmal seinen Dienst. Auch nach den üblichen Kontrollen und Massnahmen lässt er sich nicht mehr starten. Ich gebe auf und versuche in Fiji einen Ersatz zu organisieren. Bis dorthin müssen wir nun halt ohne auskommen und rudern. Ein Highlight unter Wasser bietet sich schliesslich wieder in der Bucht von Vaka Eitu im sogenannten Coral Garden. Allerdings erfordert dort der Zugang erst die Querung des Riffs, um dort dann ins tiefe Wasser zu gelangen. Durch einen Canyon kommen wir hinaus und folgen der Riffkante entlang. Hier bietet sich in der Tat eine grosse Vielfalt an verschiedenen Korallen in frabenfroher Pracht und Form. Wir sehen auch Clownfish, wobei die ihnen Schutz bietenden Anemonen zwischen den vielen farbigen Korallen richtiggehend gesucht werden mussten. Die Rückkehr zurück über das Riff wurde dann etwas herausfordernd, insbesonders für unsere Begleiter Judi und Alan. Weil sich mittlerweile etwas Welle aufgebaut hatte, spülte es die beiden um. Judi spülte es in meine Arme, Alan fiel unangenehm auf den Hintern und schürfte sich ordentlich fest. Ich erwischte es gut und kam nur mit ein paar kleinen Schürfungen davon, Brigitt stieg souverän und unbeschadet aus.















Wir hatten uns bereits am Freitag in Neiafu beim Customs abgemeldet für die Weiterfahrt ins nächste Archipel im Süden, der Ha’apei Group. So mussten wir nicht mehr zurück ins Städtchen und konnten unsere Erkundung nach Süden fortsetzen. Bei etwas schönerem Wetter aber immer noch starkem Wind versuchten wir nochmals aussen am Coral Garden zu schnorcheln. Allerdings fuhren wir nun mit der Shiva hin. Doch die Wellen gingen zu hoch, was sowohl die Sicht wie auch die Sicherheit beeinträchtigte. Brigitt bestätigte nach einer kurzen Runde im Wasser, dass die Korallen sich lohnen würden. So gingen wir halt nochmals zum Mounu Island, in der Hoffnung, jemand nehme uns mit seinem Dinghy zu einem etwa eine Meile südlich gelegenen Riff mit. Daraus wurde dann trotz erster Zusage einer dort ankernden Outremer dann doch nichts (…ach diese Outremer Rallye; useless!). Ein weiterer Versuch beim Inselchen Fonua One One ganz im Süden fiel ebenfalls der Wucht der See zum Opfer. Doch reichte es dort zumindest für einen kurzen Landgang mit Umrundung. Doch in erster Linie hatten wir eh hierhin verlegt, um einen Absprung für die Passage zur Ha’apei Group zu bekommen.

















Ha’apei Group
Die gut 60nm weite Passage zum im Zentrum von Tonga gelegenen Archipel wird etwas herausfordernd. Anstelle des angekündigten Halbwinds wird es zu einem überwiegend hart am Wind ausgeführten Kampf gegen die Wellen und Böen. Schon bei Losfahrt um 0430h in stockdunkler Nacht erkennen wir, dass da etwas auf uns zukommen wird. Wir setzen das Gross gleich im zweiten Reff und nur die kleine Fock als Vorsegel. So können wir den Kurs gerade so knapp halten, machen aber auch nur 4-5kn Fahrt. Bei Tageslicht sieht alles dann ein klein wenig freundlicher aus, sodass wir die Fock durch die grössere Genua im ersten Reff ersetzen. Nun kommen wir auf die gewünschten 5-6kn Fahrt, die wir für ein Eintreffen bei Tageslicht benötigen. Nach und nach dreht der Wind auch ein klein wenig, sodass wir auf Kurs gehen können. Wir erreichen den Hauptort Pangai am späteren Nachmittag und ankern möglichst nahe beim Dock. Damit können wir am nächsten Morgen dort das Administrative bei Customs erledigen (Inter-Island Clearance) und etwas einkaufen.




Der Ort erweist sich als sehr nüchtern, die paar Geschäfte, überwiegend in chinesischer Hand, scheinen alle das selbe bescheidene Sortiment aufzuweisen. Das Einklarieren verläuft freundlich und kurz, nachdem wir die Verantwortliche aufgeboten hatten und sie samt Familie im Bürocontainer eintraf. Wir verlegen darauf gleich weiter nach Süden zur Insel Uoleva vor das Diana Beach Resort. Von dort haben wir nämlich die Zusage zu einer weiteren Waltour für Donnerstag bekommen. Sehr schön!
Am Morgen früh rudern wir an Land, vertäuen das Dinghy und schauen in dem einfachen, aber schmucken Diana Beach Resort vorbei. Unsere Whale Guide Brandy aus Amarillo Texas stellt sich vor und wir gehen an Bord eines überdachten Fischerboots. Wir sind ausgesprochen überrascht, dass wir allein auf dieser Tour sein werden. Also beste Voraussetzungen! Doch dann fahren wir stundenlang durch das Archipel, ohne etwas zu finden. Erst nach 10h sehen wir dann einen Wal in der Nähe auftauchen. Schnell springen wir ins Wasser, können aber nichts mehr erkennen. Das einzelne Tier ist langsam weitergeschwommen. Vom Boot aus folgen wir ihm noch eine Weile und sehen, wie es mit den langen Armflossen auf die Wasseroberfläche klatscht und später elegant wieder abtaucht. So versuchen wir es weiter, suchen, suchen und suchen. Immer mal wieder erkennen wir in der Ferne einen Wal auftauchen und blasen, doch nichts in der Nähe. Bis endlich Brandy sich wieder klar macht und wir gemeinsam ins Wasser tauchen. Es hat ordentlich Wellen und bläst stark, wir frieren eigentlich beide schon zu Beginn trotz Wetsuit. Da können wir in der Tiefe die Umrisse von zwei Tieren entdecken, die völlig ruhig dort verharren. Wir schauen ihnen sicher 15′ lang zu, bis plötzlich der grössere der beiden beginnt aufzutauchen. Dies bekommen wir nun ordentlich nahe mit, sehen wie beide an die Oberfläche kommen und weiterschwimmen. Sie sind viel zu schnell für uns, um ihnen mit den Flossen zu folgen. So blieb dies die einzige «zählende» Ausbeute dieser 7h dauernden Wal-Tour. Zurück am Strand wollen wir nur noch schnell zurück aufs Schiff für eine warme Dusche und heisse Suppe.












Am Abend tauschen wir uns nochmals mit Denis und Thea bei einem Sundowner aus. Wir hoffen eigentlich noch den einen oder anderen guten Schnorchelplatz zu finden. Dazu verlegen wir bei günstigem Wind gut 10NM nach Süden zu einer Gruppe von kleinen Inselchen mit unaussprechlichen Namen Uonukuhahaka und Uonukuhihifo. Der Ort ist zwar idyllisch, doch im Wasser ist auch dort nur wenig los. Die Korallen sind meist abgestorben, zumindest hat es etwas von den üblichen Riff-Fischen. Ob dies eine Folge des Vulkanausbruchs und Tsunamis in 2022 ist? Ein als Nistgebiet von Vögeln bezeichnetes Inselchen erweist sich auch als leer. Etwas enttäuschend. So gilt halt einmal mehr mein Leitspruch: Man muss halt viele Frösche küssen, bis man endlich einen Prinzen findet! Nach Durchzug einer Regenfront dreht der Wind von Nord auf Süd, so segeln wir wieder zurück, an Pangai vorbei, zu einem weiteren idyllischen Ankerplatz vor dem Inselchen Nukunamo. Hier verspricht ein durchfluteter Pass etwas mehr Leben im Meer, aber bisher ist erneut nicht viel los. Doch auf dem Weg dorthin sehen wir im Vorbeisegeln nahe beim Schiff zwei Wale auftauchen und ihren kennzeichnenden Blas. Wir rollen die Genua und drehen in die Nähe, in der Hoffnung, sie ein weiteres Mal auftauchen zu sehen. Leider Nein.
Am Ankerplatz können wir uns nochmals mit Judi und Alan von der Full Circle zu einer Partie Brändi Dog zusammensetzen. Hier heisst es vorerst Abschied nehmen, denn ihre Route führt sie nach Neuseeland. Doch so blieb uns in dieser Gegend etwas Zeit für einige weitere Arbeiten. Wir ersetzten die mittlerweile recht stark korrodierten Wasserhahne in den beiden Toiletten. Sinnigerweise war bei einem ein falsches Kupplungsstück beigepackt, was ich erst nach längerem herumpröbeln verärgert feststellte. Aber nun kann ich eben nicht kurz in den Grüzepark zum Hobbymarkt vorbei und das richtige Teil reklamieren, sondern muss mit den alten Teilen improvisieren. Aber zum Schluss funktionierts!















