Fiji – Schönster Korallengarten im Pazifik

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Es liegt etwas viel Zeit seit unserem letzten Blog-Beitrag zurück. Doch neben dem zweiwöchigen Besuch an Bord kamen etwas gar viele zusätzliche Dinge zu Hause hinzu, die uns stark beanspruchten und auf die wir auch gut hätten verzichten können. So waren unsere Tage gut gefüllt und beanspruchten viel Energie.

Passage von Tonga nach Fiji (419NM, 413S, 6M)

Wir bekommen ein wunderbares Wetterfenster für diese gut 400NM lange Passage. Der erste Tag ist ein richtiggehender Genuss. Wir bereiten uns am Morgen noch in Ruhe vor, verkochen unsere letzten Reste von tiefgefrorenem Fleisch, denn in Fiji seien sie ziemlich strikt diesbezüglich. Dann gehen wir gegen Mittag Anker auf und setzen gleich die Genua. Mit achterlichem Wind von rund 10-15kn kommen wir schön voran. Aussen am Riff setzen wir auch das Gross und baumen dann die Genua aus. Bei sonnigem Wetter werfe ich den Köder der Angel aus und so gleiten wir über recht ruhige See mit 5-6kn Fahrt nach Westen. Im Verlauf des Nachmittags weckt micht das Ausrauschen der Angel aus dem genüsslichen Dösen. Ohne Eile gehe ich aufs Achterschiff und blockiere die Trommel. Zu meiner Überraschung ist der meiste Silk schon ausgerauscht, das sind sicher 300m. Als der Haken einruckt biegt sich die Rute kräftig durch und ich sehe weit hinten einen riesigen Schwertfisch aus dem Meer hochspringen. Bei dem Anblick wird mir schnell klar, dass der viel zu gross für uns und unsere Amateur-Ausrüstung sein wird. Aber, wie werde ich den wieder los? Ich mag nicht gleich den ganzen Silk (immerhin 60kg Bruchlast!) auch noch hergeben. Ich sehe den Schwertfisch plötzlich in nächster Nähe hinter unserem Schiff nochmals wuchtig hochspringen. Ein wunderschönes Tier! Dann ein letzter Ruck und er schwimmt samt Köder querab zu unserem Kurs davon. Ok, das waren dann wieder 40USD gewesen.

Bei Sonnenuntergang passieren wir die beiden Vulkaninseln im Westen von Tonga. Eine weist eine perfekte Kegelform auf, die andere ist eher ein dicker, flacher Pfannkuchen, doch dort befindet sich ein aktuell noch aktiver Krater. Wir erkennen den aufsteigenden Rauch in der Abendsonne gut. Der Wind bleibt recht konstant, doch die See nimmt an Höhe zu. Am Morgen legen wir den Baum auf die andere Seite und segeln nun Butterfly (aka Wing on Wing) platt vor dem Wind auf Kurs mit gut 7kn Richtung unser Ziel. In der Nacht kündet sich etwas mehr Wind an, sodass wir zur Sicherheit den Baum dann bei einem Wachwechsel wieder zurück auf die Seite der Genua shiften. Gegen Mittag sehen wir die östlichen Inseln von Fiji, die Lau Group. Die Regeln verlangen, dass man erst einklarieren muss, also leider hier nicht kurz anhalten darf. Schade, denn der Weg zurück 100NM gegen den Wind ist anspruchsvoll und braucht Zeit. Das werden wir sicher nicht hinbekommen.

Zwei geografische Besonderheiten machen diese Passage speziell für uns. Erst passieren wir bei 174° 54′ W den gleichen Längengrad wie Winterthur, sind hier also genau 180° gegenüber. Dann kommt der Übergang von der West- auf die Ost-Halbkugel mit dem Überqueren des 180° Längengrad im Süden von Taveuni. Nun zählen die Längengrade also rückwärts, da wir uns Greenwich von der anderen Seite her nähern.

Wir sind zu schnell unterwegs, also bergen wir das Gross und reffen dann auch die Genua nach und nach. So gelingt es uns, gut zwischen den zahlreichen Inseln hindurch zu manövrieren und mit Sonnenaufgang die Einfahrt in die Bucht von Vanua Levu zu erreichen. Wir fahren in den Creek von SavuSavu ein und hoffen dort eine Mooring der Copra Shed Marina zu bekommen. Doch die sind alle besetzt. Nach einiger Zeit antwortet endlich der Dockmaster am Funk und weist uns an weit hinten zu ankern. Nicht einfach, denn der Creek ist tief in der Mitte und am Rand hats Korallen. Beim Herumkurven schrammen wir mit dem Rumpf über einen Block hinweg, den wir zu spät erkennen. Der Dockmaster kommt im Dinghy angefahren und zeigt uns dann einen Platz. Es ist wirklich sehr eng, zwei Meter hinter dem Heck erkennen wir die Stöcke an der Wasseroberfläche, weiter vorne ist die Anlegestelle der Fracht-Fähre zum Nawi Island. Und zusätzlich regnet und windet es heftig … aber wir sind erst mal angekommen in vollem Oelzeug.

Nach drei Stunden warten bringt uns der Dockmaster die diversen Beamten fürs Einklarieren vorbei. Erst kommt ein sehr beleibter Officer der Health Authority. Dies geht kurz und freundlich vorbei. Dann bringt er in der nächsten Fuhre gleich alle drei von Biosecurity, Customs und Immigration. Alle sind ausgesprochen freundlich und der Prozess verläuft unkompliziert und zügig. Zusätzlicher Alkohol ist keinerlei Problem, hingegen zeigt sich der Herr von Biosecurity besorgt über eine Packung tiefgefrorenen Speck und ein Rest von Honig in einem Glas. Er verpackt die in einem «versiegelten» Beutel (aka Zip-Lock) und überlässt sie uns an Bord. Nun müssen wir allerdings einige Tage noch auf den Cruising Permit warten, denn der komme von Suva (… per Brieftaube?). Wir erhalten ihn dann auf Nachfrage hin am Dienstag nm.

Nach Abschluss dieser Prozedur dürfen wir in der Marina anlegen. Wir fahren rückwärts an den Steg mit Anker. Ein ganz neues Gefühl, einfach vom Schiff an den Steg hinüberzusteigen um eine Besorgung an Land zu erledigen. Phil von der Paseafique überrascht uns am Steg und es gibt eine herzliche Begrüssung. Wir sahen uns letztmals in den Marquesas. Er reinigte sogar unser Deck im Boatyard, damit uns bei Rückkehr im April nicht vollends der Schlag trifft.

SavuSavu – Ein neuer Aussenborder

Wir verkürzen uns die Wartezeit in SavuSavu mit Einkäufen von Lebensmitteln und etwas Kleidern. Unsere Vorräte sind auf ein Minimum geschrumpft, weder Gemüse noch Früchte haben wir mehr an Bord. Und auch der Tiefkühler ist fast leer, abgesehen von einer in Quarantäne gesetzten Packung Speck) und Eiswürfeln für Drinks. Doch hier in SavuSavu bekommt man fast alles zu recht günstigen Preisen. Es gibt ein gutes Bier, das dem Australischen VB nachempfunden ist, einen grossen Früchte- und Gemüsemarkt, sowie diverse Supermärkte mit ordentlicher Auswahl. Und das alles in kurzer Gehdistanz vom Schiff aus … wunderbar! Meine T-Shirts haben sich zum grossen Teil von der UV-Strahlung aufgelöst und verlangen nach Ersatz. So lege ich mir einen Satz bunter Rugby-Shirts und Hemden zu, die man für fast kein Geld in den vielen Geschäften bekommt. Am 10. Oktober ist ohnehin Fiji-Day, so ist das Angebot besonders gross.

Wir geniessen die Restaurants in der Stadt und dass nicht selbst an Bord gekocht werden muss. Am Samstag Abend bietet die Marina ein BBQ mit Live-Musik und Tanz, das von zahlreichen Cruisern gut besucht wird. Wir unterhalten uns köstlich, treffen alte und neue Bekanntschaften und erholen uns von der Passage. Wir besuchen in der modernen, ja luxuriösen Nawi Marina einige Cruiser, die wir früher getroffen haben, so die Australier resp. Südafrikaner Fiona und Tommy auf Phambili (Vaka Eitu in Tonga) und die Franzosen Sylvie und Laurent auf der Salavida (Makemo E). Dort geniessen wir eine Apero im Sonnenuntergang und lernen später auch noch das Schweizer Paar Nelly und Allan von der Meerla kurz kennen (auch auf einer Allures wie Wildmaa). An einer der Thermalquellen im Dorf kochen wir Eier ab, spassig! Dies belegt die vulkanische Herkunft der Gegend.

Am Montag fahren wir zusammen mit Phil in einem Mietwagen quer über die Insel an die Nordseite nach Labasa. Der Hinweg führt uns durch den Regenwald und über die Berge über eine einspurige Schotterpiste. Hier wird auch Copra geerntet, doch nicht an der Sonne sondern in speziellen Öfen über dem Feuer getrocknet. Die Dörfer sind klein, man sieht nur wenig Leute, doch alle sind ausgesprochen freundlich und grüssen uns im Vorbeifahren mit dem hier gebräuchlichen «Bula Bula!». Auf der Nordseite erstreckt sich eine Ebene bis zur Küste, auf der fast ausschliesslich Zuckerrohr angebaut wird. Am Eingang von Labasa kommen wir an der Zuckerfabrik vorbei, wo sich eine endlos lange Kette von Kleinlaster staut, die ihre Ernte zur Verarbeitung abliefern möchte. Wir sprechen mit einigen der Fahrer und erfahren so, dass sie gegen 5h warten mussten, bis sie an die Reihe kamen, und dies nach über 3h Anfahrt, die sie am selben Tag auch wieder zurück müssen. Für ihre Ernte bekommen sie etwa 180CHF pro Tonne, bei 3 Tonnen pro Fahrzeug macht dies also keine 500CHF. Wie lässt sich mit diesem Betrag als Zuckerrohr-Farmer eigentlich leben?

Nach dem Mittagessen bei einem Chinesen treffen wir bei der Vertretung von Asco-Motors ein. Und welche Freude, der bestellte Yamaha-Aussenborder liegt verpackt und funkelnagelneu bereit. Wir haben uns nun für einen 2-Takt-Motor mit 8PS entschieden, da dieser deutlich unkomplizierter und somit auch wartungsarmer sein sollte. Nach Begleichung der Rechnung via Kreditkarte (ganz ohne Zusatzkosten!) geht es dann über die Hauptstrasse zurück nach SavuSavu. Voller Vorfreude versuche ich den Aussenborder am Dinghy zu montieren, doch … oh Frust: die Halterung ist schmaler als beim alten und passt nicht aufs Heck. Also muss der Winkelschleifer her und ich flexe einige Millimeter der Kunststoff-Abdeckung am Dinghy weg. So passt der Motor just drauf. wenn auch etwas eng. Ein einziger Zug am Starterkabel und … er läuft! Eine erste Runde bestätigt die Hoffnung, dass er viel mehr Kraft bringt als der alte. Ja selbst zu Zweit kommen wir mit unserem kleinen Dinghy nun ins Gleiten. Ein völlig neues Gefühl und ein riesiger Gewinn an Bewegungsfreiheit für künftige Erkundungen. War vorher eine Strecke von einer Meile das äusserste Limit, das wir unserem Aussenborder noch zutrauten (weil wir im schlimmsten Fall zurück rudern mussten), sind wir hierzu nun von allen Sorgen befreit.

Wir finden im Dorf noch eine unscheinbar wirkende, etwas versteckte Metzgerei, die mit einem reichhaltigen Angebot aufwarten kann, sodass auch der Tiefkühler wieder gut aufgefüllt werden konnte. Nach Rückfragen bekommen wir dann endlich den ersehnten Cruising Permit, der es uns erlaubt mit dem Schiff in Fiji unterwegs zu sein. Allerdings bleiben uns damit nur noch wenige Tage, bis wir unseren Besuch aus der Schweiz in Viti Levu, der Hauptinsel an Bord nehmen sollten. Wie sollen wir es machen, damit wir (und auch sie) doch noch etwas von Fiji zu sehen bekommen?

Koro Sea – Namena, Makongai, Naigani und Koro

Nach einigem Studieren kommt mir der Einfall, unsere Gäste an der E-Küste von Viti Levu an Bord zu nehmen, statt im Westen in Nadi beim Flughafen. Ihnen stellt sich dafür die (lösbare) Aufgabe, bis zum Sonntag quer über die Insel zu reisen, den Hauptort Suva zu besuchen und schliesslich auf den Mittag hin zum Natowi-Jetty zu fahren. Von dort gehen diverse Fährverbindungen auf verschiedene Inseln ab, sodass dies sowohl im Bus als auch mit Taxi von Suva aus gut zu erreichen ist. Aber damit können wir vorerst im Westen bleiben und vom vorherrschenden Passatwind aus E bis SE profitieren.

Wir verabschieden uns von Phil und hoffen auf ein nächstes Wiedersehen irgendwo. Lesley ist ja zurück in Melbourne auf Heimurlaub um Familie und insbesondere die Enkelkinder zu sehen. Unser nächstes Ziel ist Namena Island, im Süden von Vanua Levu und von einem Korallenriff umgeben. Es hat weiterhin sehr viel Wind, das Wetter ist eher bescheiden und regnet immer mal wieder. Wir ankern vor der kleinen Insel, wo bereits ein Katamaran liegt. Doch Wetter und Wind laden nicht zum Schnorcheln ein. Ich kontrolliere einzig den Rumpf, Kiel und die Ruderblätter, ob unsere Grundberührung in SavuSavu Auswirkungen hatte. Doch abgesehen von ein paar Kratzern im (schlecht aufgetragenen, abblätternden) Antifouling ist nichts auszumachen. So fahren wir gleich am nächsten Tag wieder weiter nach Makongai, einer weiter südlich gelegenen Insel umgeben von einem Riff. Dort finden wir einen ruhigen Ankerplatz und sind wieder allein abgesehen von einem weit entfernt ankernden Katamaran.

Wir spielen wieder einmal Brändi Dog zu Zweit, doch kann ich mich dafür nicht sehr begeistern. Speziell irritiert mich die Regel, dass das Gegenüber einem eine Karte zu Beginn der Runde ziehen darf (oder mit einer 2) … ich lasse mir halt wirklich sehr ungern etwas wegnehmen. Wir besuchen das kleine Dorf an Land, und schwatzen etwas mit einem der Einwohner. Ein Tropensturm zerstörte das ganze Dorf 2014, vor drei Jahren wurden die neuen Häuser nun fertiggestellt . Wie haben die nur in der Zwischenzeit gelebt? Im Regenwald eingewachsen erkunden wir die Ruinen einer früheren Lepra Kolonie, ein Kino und ein Gefängnis. Wozu die wohl ein Gefängnis brauchten, wenn die Insel an sich wohl schon wie eines wirkte?

Uns belasten einige Sorgen, die so nur wenig mit unserer Reise zu tun haben:

  • Wir haben im Goms über ein Inserat ein schmuckes, kleines Chalet gefunden, in das wir uns auf Anhieb verliebt haben. Wir bekamen den Zuschlag im Juli und veranlassten sogleich, dass trotz unserer Abwesenheit die Verschreibung und Übernahme per 01.10. stattfinden kann. Hierzu erteilten wir Felix eine notariell beglaubigte Vollmacht und alles stand damit auf unserer Seite rechtzeitig bereit. Doch auf Seite der Verkäufer erwies sich der Makler als unfähig und nachlässig, sodass bis in letzter Minute um die entsprechenden Vollmachten gezittert werden musste. Obendrauf erwies sich auch der von uns mandatierte Notar als Fehlgriff, da er uns meist ignorierte und fast auschliesslich mit dem Makler korrespondierte. Dank Felix beharrlichem und kompetenten Nachfassen kam das Geschäft schliesslich doch zum Abschluss, kostete aber deutlich mehr Nerven als notwendig.
  • Bei David diagnostizierte seine Hausärztin eine Diabetes, stufte diese jedoch fälschlicherweise als Typ 2 ein und initiierte daraufhin eine Behandlung. Allerdings handelte es sich um Typ 1, sodass die Behandlung zu einer Verschlimmerung führte, ihn regelrecht vergiftete und schliesslich in der Notaufnahme und IPS endete. Glücklicherweise war er an besagtem Wochenende bei seiner Partnerin in Fahrwangen, die ihn ins Spital brachte, bevor er kollabierte. Sein Körper wies eine akute Ketoazetose auf, die auch tödlich hätte enden können. Der Schreck fuhr uns gewaltig in die Knochen … Doch nicht genug, eine Woche nach der Entlassung zeigte sich eine heftige Entzündung am linken Oberschenkel, die auf ein von einer leichten Muskelzerrung ausgelöstes Hämatom zurückging. Infolge der falsch behandelten Diabetes versagte die Blutgerinnung, und so entstand das nächste Problem. Er konnte kaum noch gehen und so ging es wieder zurück ins Spital. Nach vier Operationen und vielen Drainagen konnte die ganze infektiöse Flüssigkeit aus dem Oberschenkel abgeführt und mittels Antibiotika die Entzündung abgebaut werden. Insgesamt verbrachte er viele Wochen im Spital. Ausser Zuspruch konnten wir nicht viel machen und verharrten in Bangen und Hoffen. Gerade noch auf seinen Geburtstag hin durfte er wieder nach Hause.
  • Am 28.08. zog ein heftiger Hagelzug über Neftenbach, Wülflingen und Seuzach. Innert 10′ am Vormittag donnerten eiergrosse Hagelkörner mit 5-8cm Durchmesser herab und beschädigten Dach, Fassade und PV-Anlage bei unserem Wohnhaus. Fünf von 14 Modulen auf der Westseite wurden zerstört, etwa zwei Dutzend Ziegel wurden durchschlagen und bei der in 2021 neu sanierten Fassade wurden Mörtelstücke abgeschlagen und die Fenstersimse beschädigt. Der Schaden in der Gegend ist immens, wohl der grösste Hagelschaden der Geschichte. Dass die Gebäudeversicherung mit der Regulierung nicht nachkommt, lässt sich gut verstehen. Ebenso sind die Handwerker nun am Anschlag. Nach einem Monat konnte der Dachdecker die beschädigten Ziegel austauschen (zum Glück blieben die Dachfenster heil!), doch nun folgt die langwierige Auseinandersetzung um die Reparaturarbeiten mit Versicherung und Handwerkern. Von hier aus fällt dies schwer, liegen doch 11h Zeitverschiebung zwischen Fiji und zu Hause.
  • Und zum Schluss plagte mich auch ein kleines medizinisches Problem: am linken Knie entwickelte ich eine Schleimbeutelentzündung über der Kniescheibe, die sich trotz Schonung und Salben wochenlang hielt und diverse Male wieder aufflammte. Erst eine kurze Kur mit Antibiotika aus der Bordapotheke brachte die erhoffte Linderung.
  • Und dann kam noch der technische Ausfall unseres Netzwerkspeichers hinzu … wohl in Folge der Umschaltungen an der PV-Anlage nach dem Hagelzug stiegen gleich zwei Festplatten aus. Zum Glück war dies mit RAID6 gesichert, also noch nichts verloren dank 4 weiterhin intakten Harddisks. Ich bestellte umgehend Ersatz nach, bat Jonas diese in die freien Buchten einzusetzen … doch versehentlich entfernte er eine der 4 intakten. Damit waren unsere gesamten Daten in höchst kritischem Zustand. Das NAS liess sich nicht mehr ansprechen, wir mussten mit dem Schlimmsten rechnen: Totalverlust aller Daten, insbesondere alle Fotos seit Anbeginn. Doch zum Glück war eine Verbindung von einem lokalen Laptop aus immer noch möglich und auch die Daten waren dort allesamt noch vorhanden. In einem langwierigen, mehrere Wochen dauernden Prozess und mit Unterstützung vor Ort durch Thomas Hobi konnte ein neues NAS aufgesetzt werden und die Daten dorthin gesichert werden. Danach konnte das alte NAS auch wiederhergestellt werden, was eine Neuinstallation des Betriebssystems erforderlich machte, sowie eine vollständige Neukonfiguration von Grund auf. Mittlerweile läuft alles wieder mit einer zusätzlichen, dritten Sicherheitsstufe. Die Synchronisation mit meinem Laptop vor Ort ist immer noch im Gange und wird wohl nochmals einige Wochen andauern (wohl ähnlich wie bei Jonas und Helen’s Geräten).

Eines allein wäre ja jeweils noch ordentlich zu handhaben, in der Summe war dies schlicht unsäglich. Und dann kommen noch zwei Gäste an Bord in einer Gegend, in der die Versorgungslage eher schwierig ist. Kommt das gut? Ja, es kam wirklich gut, auch weil sie viel Verständnis aufbrachten und selber umfassende Erfahrungen mit den Einschränkungen eines Lebens an Bord mitbrachten. Wir fahren am Sonntag durch die flachen Riffe zum Natowi Jetty. Dort können wir Tom (aka Artus von der Zähringia) und Chrugi von Weitem erkennen und begrüssen uns gegenseitig wild winkend. Wir ankern gleich in der Nähe des Quays und holen sie samt Gepäck mit dem Dinghy ab. Die Begrüssung an Bord ist kurz, doch nicht minder herzlich. Mein Versuch in der «Natowi Shopping Mall», die ich auf Google Maps verzeichnet fand, noch etwas einzukaufen, entpuppt sich als Wunschdenken. Der Laden ist kaum einen halben Container gross, am Beeindruckendsten sind die in aufgeschnittenen Kanistern eierlegenden Hühner. Zumindest werde ich freundlich begrüsst und bekomme eine Handvoll süsse Ananas aus dem Garten geschenkt.

Wir verlegen gleich hinüber zur nahe gelegenen Naigani Island und ankern dort sehr idyllisch. Das Wetter hat sich endlich zum Guten entwickelt, der Himmel ist blau und der Wind nun sehr moderat. Mit Freude nehme ich die zahlreichen Ersatzteile in Empfang, die unsere Gäste von zuhause mitgebracht haben. Schon am ersten Abend werden die Fusstaster an der Ankerwinch ersetzt, da die alten von UV und Korrosion den Geist aufgegeben hatten. Auch das neue Zeit-Relais zur Steuerung des Solenoids an der Maschine wird gleich eingebaut, und … wir können die Maschine nun wieder mit dem Zündschlüssel ausschalten! Über Jahre mussten wir jeweils dazu in den Motorraum hinab und mit einem Seilzug abstellen. Eine sehr angenehme, willkommene Erleichterung!

Der Bucht entlang nach Westen verläuft ein langes Riff, das wir beim Schnorcheln erkunden. Wir sind alle sehr begeistert von der Farbenpracht und Vielfalt der Korallen. Schon lange nicht mehr haben wir eine solche breite Palette unterschiedlicher Farben und Formen gesehen. Es hat auch ansprechend viele Fische, wenn auch nur Rifffische und keine grossen. Als Spektakel entdecken wir einen prächtigen Lion-Fish, der mit seinen weit gefächerten Federn wie surreal wirkt. Hier im Pazifik ist er zumindest heimisch, in der Karibik gilt er als lästige Plage. Wir wiederholen das Schnorcheln hier, es ist schlicht zu gut.

Wir sprechen die Törnplanung mit unseren Gästen ab und freuen uns auf einige intensive Tage. Hart am Wind segeln wir nach NE erst zurück nach Makongai für einen kurzen Halt, dann weiter nach Koro Island, die der Gegend den Namen schenkt. Wir haben uns zum Abendessen im dortigen Resort angemeldet. Dieses ist zwar immer noch im Bau, doch das Restaurant freut sich über Gäste. Zum Sonnenuntergang wandern wir hinauf zum Radio-Tower, der uns einen Blick über die Bucht und Insel ermöglicht. Als wir ins Restaurant zurückkehren, stellen wir fest, dass wir die einzigen Gäste sind. Doch wir werden nicht minder herzlich und gut bewirtet! Wir mussten die Menu’s einen Tag im Voraus anmelden, doch bald nach unserer Ankunft kam alles auf den Tisch und es mundete hervorragend. Das Personal war sichtlich stolz auf seine Leistung und betrachtete dies als Training zur Bewahrung der vom früheren Chef erlernet Fähigkeiten. Während wir genüsslich speisten, betonierten die Arbeiter draussen weiter fleissig an der neuen Treppe herum. Bis im Winter wollen sie eröffnen, da bleibt aber noch einiges zu tun…

Auf den Passagen versuche ich mich immer wieder mit Fischen. Doch erst will nichts so recht beissen. Einen Barracuda werfen wir wieder zurück ins Meer, der ist uns wegen dem Risiko von Ciguaterra zu heikel. Doch auf der Passage nach Koro Island geht uns ein kapitaler MahiMahi an den Haken. Es dauert fast eine Stunde, bis ich den an Bord hieven kann, wir müssen sogar die Fahrt unterbrechen und beidrehen. Doch mit diesem Fang wird unser Speisezettel wunderbar aufgepeppt! Die Goldmakrele gibt knapp 6kg Filet her und füllt unseren Tiefkühler für die kommenden Tage.

Viani Bay – Tauchen am Rainbow Reef

Der nächste Tag bringt uns hart am Wind zurück nach Vanua Levu, doch diesmal auf dessen Ostseite. Wir laufen die Viani Bay an und gehen an eine der beiden Moorings des Dolphin Bay Resorts. Dort hat sich Roland aus Frauenfeld ein schmuckes kleines Plätzchen aufgebaut und bietet einige Unterkünfte, sowie Tauchgänge am Rainbow Reef an. Dieses liegt in der engen Lücke zwischen Taveuni und Vanua Levu, sodass mit den Gezeiten eine recht starke Strömung herrscht. Diese trauen wir uns nicht zu, als dass wir alleine tauchen wollen. Hingegen gilt dieses Riff als Weltklasse und mit der White Wall weist es eine Besonderheit auf. Am nächsten Morgen holt uns Roland mit seiner Panga bei der Shiva ab und wir fahren hinaus. Chrugi und Tom erkunden derweil mit dem Dinghy selbständig die umliegenden Schnorchelplätze.

Die beiden Tauchgänge werden sehr lohnenswert. Wir sind nur zu Dritt im Wasser und bekommen so die ganze Aufmerksamkeit von Roland. Der erste Tauchgang führt uns gleich zur White Wall. Nach dem Einstieg ins Wasser ein erstes Missgeschick: mir rutscht die Handschlaufe der GoPro von der Hand und die sinkt auf den Grund ab. Ich bemerke dies erst, als wir absteigen wollen… doch nach kurzem Suchen von der Oberfläche entdecken wir sie zwischen den Korallen auf 10m Tiefe wieder. Dann geht es hinab auf 15m, hinein in einen schräg hinab führenden Tunnel bis auf 20m und dann zu einer senkrecht abfallenden Wand. Diese geht bis auf 80m Tiefe hinab, ein etwas beunruhigendes Gefühl. Wir folgen der Wand in etwa 30m Tiefe und bekommen so diese sehr speziellen weissen Korallen zu Gesicht. Mangels Tageslicht entwickeln diese keine Farben und erzeugen damit den Eindruck einer frostigen Winterlandschaft. In der Strömung treiben wir der Wand entlang, immer hoch konzentriert die Tiefe beizubehalten. Etwas weiter vorne im Aufstieg kommen wir wieder in eine reichhaltige, farbenfrohe Korallenlandschaft mit zahllosen Fischen. Der zweite Tauchgang führt uns zur Purple Wall, diesmal nur auf 20m. So halten wir auch entsprechend länger durch und geniessen diesen sehr entspannt. Roland weist uns immer mal wieder auf Sehenswertes hin, so auf eine Koralle, die auf Berührung schlagartig die Farbe von grünlich auf weiss ändert. Vor lauter Pracht weiss man gar nicht richtig, wohin man schauen soll. Die Zeit vergeht im Flug.

Hingegen erweist sich das Schnorcheln in der Bucht als eher bescheiden, da haben wir in Naigani und Makongai schon deutlich besseres gesehen. Dafür wird der Abend zum kulinarischen Hochgenuss mit dem selbst gefangenen MahiMahi!

Ringold Islands – Cobia & Yavu Island

Wir nehmen nochmals einen anstrengenden Schlag hart am Wind auf uns, trotz des kräftigen Windes aus ESE. Wir kommen nur mit gut 5kn voran, auch wegen der hoch gehenden See gegenan. Doch wir nähern uns beständig unserem Ziel und fahren nach knapp 5h ins umgebende Riff dieser Inselgruppe im Norden von Fiji ein. Innerhalb des Riffs ist die See ein kleines bischen ruhiger, doch der Wind bläst weiterhin ungebremst mit über 20kn gegenan. Wir finden einen Ankerplatz hinter dem Inselchen Cobia, einem perfekten Vulkankegel, der eine kleine Öffnung auf der Nordseite aufweist. Am nächsten Tag rudern wir mit dem Dinghy an Land und wandern erst dem Strand und dann der Krete entlang hinauf zum höchsten Punkt. Der Ausblick ist grossartig, dem starken Wind zum Trotz, der uns manchmal von der Krete zu blasen droht.

Wir verlegen hinüber hinter Yavu Island, um etwas besser vom starken Wind geschützt zu sein. Der Ankerplatz bei Cobia wurde uns dann doch etwas zu rollig und mit den abwechselnd von beiden Seiten eintreffenden Böen zu ungemütlich. Eigentlich beabsichtigten wir das Dorf zu besuchen und die traditionelle Begrüssungszeremonie SevuSevu zu absolvieren. Jedoch der Ankerplatz in der School Bay schien mir viel zu unruhig, um dies der Crew zuzumuten. In der Bucht hinter Yavu Island ist das Schnorcheln recht hübsch, jedoch auch nicht gerade so, als dass sich ein längerer Aufenthalt gelohnt hätte. So beenden wir unseren Besuch auf diesen abgelegenen Inselchen halt vorzeitig. Bei besseren Windverhältnissen hätte dies sicher anders ausgesehen.

Taveuni – Paradise Resort

Nun profitieren wir von den bisherigen Schlägen nach Nordosten und können die folgenden Tage mit achterlichem Wind nach Südwesten weitersegeln. In einem wunderbar gemütlichen Segeltag (trotz bis zu 30kn Wind!) laufen wir zurück zwischen die beiden Inseln Vanua Levu und Taveuni bis zu deren SW-Spitze. Dort empfängt uns ein ausgesprochen Cruiser-freundliches Resort, das sich trefflich Paradise nennt. Sie verdienen es! Wir können nach 6h und 35NM am frühen Nachmittag an einer Mooring festmachen. An Land werden wir im Resort freundlich begrüsst. Das Abendessen müssen wir erneut gleich vorbestellen, doch dann steht uns der Pool und die Anlage im Resort zur freien Nutzung zur Verfügung.

Um unsere Vorräte nach zwei Wochen wieder etwas aufzustocken mache ich mich per Anhalter auf den Weg zurück zum Hauptort SomoSomo. Ein Fahrer nimmt mich nach kurzer Zeit mit. Auf dem Weg wird mir bewusst, wie weit die Strecke ist und wie rudimentär und gebirgig die Strasse durch den Regenwald. Der junge Mann vertraut offenbar seinem Schicksal und rauscht bei jeder Gelegenheit in halsbrecherischem Tempo über diese einspurige Naturstrasse. Nach gut einer Stunde kommen wir beim Supermarkt an. Laut Auskunft fahre in einer halben Stunde bereits wieder ein Bus zurück, so eile ich durch die Regale und krame zusammen, was sich finden lässt und uns aktuell fehlt. An ein paar Marktständen bekomme ich noch etwas Früchte und Tomaten und hetze mit zwei gut gefüllten Einkaufstaschen zum gegenüberliegenden Busbahnhof. Und in der Tat, der bereitstehende Bus bringt mich zurück zum Paradise Resort. Er ist bis auf den letzten Platz gur gefüllt, selbst im Gang stehen viele Schulkinder. Nach 1.5h schweisstreibender Fahrt komme ich heil an, gerade rechtzeitig für den Sundowner mit der ganzen Crew. Wir geniessen ein wunderbares Abendessen in stimmungsvoller Umgebung, ein wirklich lohnenswerter Stopp!

Namena und Yandua Islands – Grossartiges Schnorcheln!

Unsere nächsten beiden Stopps sind in Buchten, die wunderschöne Korallengärten versprechen. Und dank halbwegs ansprechendem Wetter erfüllen, ja übertreffen sie unsere Erwartungen. Die Vielfalt und Farben der Korallen haben wir in dieser Art bisher kaum je im Pazifik gesehen (und auch noch nie in der Karibik), wir sind richtiggehend begeistert. Dies ist wohl das Beste, das wir je gesehen haben. Es hat auch sehr viele Riff-Fische, einziger Abstrich ist, dass es dafür kaum grosse Meeresbewohner wie Haie, Rochen oder Schildkröten zu bewundern gibt. Tom versucht sich mit der zweiten GoPro an Unterwasseraufnahmen und ist kaum mehr davon zu trennen. Seine Aufnahmen füllen schon aus einem einzigen Schnorchelgang meine verfügbare Speicherkapazität (… aber es kann auch sehr viel davon gleich wieder entsorgt werden).

In der grossen Bucht im Westen von Yandua Island ankern wir zusammen mit zwei weiteren Yachten. Zum Sundowner treffen wir uns an Bord der Sao Nicolao, einem deutsch-amerikanischen Paar Leonie und Wolfgang. Sie lebten lange in Anchorage, Alaska, doch ihr Schiff war dort noch nie. Nun geniessen sie das Leben an Bord im Pazifik und pendelten die letzten Jahre zwischen Neuseeland und Fiji, mit gelegentlichem Heimaturlaub.

Wir erkunden das Riff am Eingang zur Bucht und treffen erneut auf einen wunderbaren Korallengarten. Leider wühlt der Wind die See etwas auf, sodass die Sichtbarkeit etwas eingetrübt ist. Ich werde durch mein geschwollenes, entzündetes Knie etwas behindert und verzichte auf einen Ausflug zum Strand. Zudem beschäftigt mich die Sicherung und Wiederherstellung unseres NAS zuhause vollauf.

Yasawa Islands – Touristisches Zentrum von Fiji

Es gilt Abschied von unserem Besuch zu nehmen, die gut zwei Wochen sind wie im Flug vergangen. Wir segeln von Yandua hinüber zu den Yasawas, einer Perlenkette von Inseln im NW von Fiji. Im Norden dieser Inselkette ankern wir bei Nacula mit seinem Blue Lagoon Resort. Wir lassen die gemeinsame Zeit an Bord mit einem festlichen Abendessen im Resort ausklingen, Zuvor reicht es nich zu einer kurzen Wanderung hinauf zum höchsten Punkt der Insel mit einem schönen Ausblick über die Gegend mit den Buchten, Riffen und ebenso bergigen Nachbarinseln. Innert zwei Wochen legten wir mit Ihnen 330NM zurück, das meiste davon unter Segeln (…oft anspruchsvoll!). Das uns auf einem der letzten Schläge auch noch ein leckerer Tuna an die Angel ging, rundete das Ganze wunderbar ab.

Am nächsten Mittag legte der Yasawa Flyer, eine Schnellfähre von Port Denarau auf Viti Levu an einer Mooring gleich neben uns an. So konnte ich unsere Gäste samt Gepäck gleich mit dem Dinghy hinüber zur Fähre bringen. Speziell!

Damit blieb uns nochmals eine Woche Zeit, um die Yasawas zu erkunden, was immer noch viel zu wenig ist… doch immerhin. Es fallen nun auch diverse Unterhalts- und Reinigungsarbeiten an. Der Generator zählt bereits 500h in dieser Saison und bekommt einen Oelwechsel samt neuem Filter. Auch der Rumpf muss dringend von seinem Bewuchs befreit werden. Für die Einreise in Australien ist dies zwingend erforderlich. Diese Arbeit ist eine echte Plage. Manchmal habe ich das Gefühl, das Antifouling wirke eher wie ein Dünger denn als Biozid. Jedenfalls hat sich unter der Wasserlinie ein richtiger Pelz auf unserem Rumpf angesammelt. Mit einem breiten Spachtel und Taucherbrille kämpfe ich mich durch den Bewuchs.

Wir ankern bei Naviti Island in der Vunayava Bay. Neben den Reinigungsarbeiten am Rumpf erweist sich das Schnorcheln erneut als wunderschön. Mit dem Dinghy und dem nun schnellen Aussenborder flitzen wir ins 2NM entfernte Dorf, in der Hoffnung auf einige Einkäufe. Diesmal vollziehen wir das geforderte SevuSevu mit dem betagten Chief im Dorf. Wir überreichen einen Bund Kava-Wurzeln, er spricht eine zeremonielle Formel und heisst uns dann Willkommen und gestattet uns den freien Umgang im Dorf und den Inseln. Wir verschenken zudem eine Luftmatratze und ein T-Shirt, was ihn sehr freut. Die Frauen des Dorfes bauen vor der Hütte des Chiefs einen kleinen Markt auf und präsentieren uns ihre Handwerksarbeiten. Es ist uns fast etwas peinlich, so viel Aufmerksamkeit zu erfahren, doch erwerben wir einige Kleinigkeiten. Im kleinen Dorfladen bekommen wir zumindest ein frisch gebackenes Brot, sowie wie erhofft auch Eier. Aber dies wars dann auch.

Wir verbringen dann einige Tage bei Drawaqa und entdecken dort nochmals ein wirklich prächtiges, langezogenes Riff mit so viel Leben. Dort schnorcheln wir gleich mehrmals und sind jedes Mal von Neuem geflasht. An einem Abend besuchen wir die Fiji-Night im Barefoot Manta Resort. Die Herzlichkeit der Einwohner berührt uns sehr und der Abend am Strand sehr stimmungsvoll, auch wenn wir auf dem Weg dorthin wegen Wind und Wellen mit dem Dinghy komplett durchnässt werden. Langsam lichten sich dann auch unsere übrigen Sorgen: David wird endlich aus dem Spital entlassen, das NAS ist ohne Datenverlust wiederhergestellt und mein Knie schwillt wieder ab und hält sich ruhig.

Unser letzter Stopp ist bei Mana Island. Auf dem Weg dorthin passieren wir Manuriki, die als Schauplatz für den Film Castaway (Verschollen) mit Tom Hanks diente. Selbstverständlich haben wir uns den Film zur Vorbereitung zuvor am Laptop nochmals angeschaut. Was uns jedoch dort am meisten beeindruckte war, dass die ganze Nachbarinsel ausgehend vom Dorfrand bis zur Nordspitze vollständig abgebrannt ist. Wir sahen noch die letzten Feuer lodern rund ums Kap herum lodern. An vielen Stellen in Fiji sahen wir Buschfeuer, dies muss ein echtes Problem der Gegend sein. So weisen die Inseln meist kaum dichte Vegetation auf, Wald hat es nur auf den grossen Inseln. Ohnehin werden die abgeernteten Zuckerrohr-Felder abgefackelt, was riesige Rauchsäulen in den Himmel steigen lässt. Und oftmals sind solche Feuer insbesondere bei starkem Wind nicht zu kontrollieren.

Bei Mana Island treffen wir die SY Yangada mit Tasja und Ralf, eine baugleiche OVNI 455CC wie unsere Shiva. Unsere erste Begegnung war vor 3 Jahren in den Kanaren, dann immer mal wieder bis in die Karibik. Seither verfolgten wir ihre Reise durch den Pazifik im Blog und hofften auf ein Wiedersehen. Es gab ein grosses, herzliches Hallo am Ankerplatz! Es gibt viel zu berichten über die geteilten Erlebnisse der bisherigen Reise. Für sie geht es dem Ende entgegen. So möchten Sie die Jangada in Neuseeland verkaufen und dann zurück ins Berufsleben in Deutschland. Diesen Lebensabschnitt haben wir hinter uns und können weiter an neuen Plänen schmieden… Bei Pancakes zum Frühstück geht es weiter, dann hinüber zu einem winzigen Sand Cay, an dem es sich idyllisch denTag verbringen lässt (abgesehen von den zahlreichen Tourbooten um die Mittagszeit). Mir gelingen einige Drohnenaufnahmen mit unseren beiden Yachten nebeneinander vor dieser schönen Kulisse. Mit einem Regulator an einem 10m langen Schlauch von Ralf kann ich den restlichen Rumpf der Shiva recht gründlich reinigen, ohne die Last der ganzen Tauchausrüstung. Am Abend zurück am Ankerplatz verwöhnt uns Tasja mit einer leckeren Auberginen-/Linsen-Lasagna. Danach gesellen sich auch noch Stig und Anna von der SY Ziganka dazu, ein junges Seglerpaar auf Weltreise. Uns erstaunt, wie man sich eine solchen Reise auf eigenem Kiel in diesem Alter zu leisten vermag. Diesen Traum konnten wir uns erst als Rentner erfüllen, aber immerhin!

Port Denarau – Abschied von Fiji

Mit etwas Wehmut verabschieden wir uns schon wieder von Tasja und Ralf, es war zwar wieder nur kurz, aber doch eine sehr schöne Begegnung. Die Fahrt hinüber zur Hauptinsel Viti Levu und der Marina in Port Denarau erfolgt im Windschatten der hohen Hügel. Wir haben für zwei Nächte einen Platz in der Marina gebucht, damit wir einfach Besorgungen erledigen können. Als wir am frühen Nachmittag einlaufen, kämpfen wir etwas mit dem auffrischenden Wind, der wie üblich querab zu den Stegen bläst. Ohne Bugstrahler ist das Manövrieren mit der Shiva herausfordernd. Doch schliesslich kommen wir gut und sicher rückwärts in eine Box und vertäuen neben einer riesigen Motoryacht und gegenüber einer noch riesigeren Segelyacht. Wir kommen uns winzig vor, … brauchen aber trotzdem nicht mehr zum Glück. An Bord unserer Nachbarn sind eh nur Crews, die den ganzen Tag mit putzen und polieren beschäftigt sind, während die Eigner kaum je an Bord sind. Von der Motoryacht bekommen wir mehrere Tüten mit Salat und frischen Kräutern geschenkt, den die letzten Gäste offenbar verschmäht haben. Wir nehmen dankend an, solche Delikatessen hatten wir seit Wochen nicht mehr. Damit gab es sogar Mojitos mit richtigen Minzblättern!

Dank der Marina können wir unsere grosse Gasflasche wieder auffüllen (wobei wir eigentlich erst 1/3 verbraucht haben, also nur gut 4kg; aber Methan hat eben einen viel tieferen Dampfdruck als Propan). Der neue Aussenborder bekommt einen Gratis-Service bei der Yamaha Vertretung gleich um die Ecke und gleich in der Marina finden wir auch einen gut bestückten Supermarkt. Denis und Thea von der SY Wildmaa liegen in der Vuda Marina, wo sie auswassern werden. Sie kommen für einen Abschiedsabend vorbei, den wir bei einem delikaten indischen Abendessen geniessen. Wir trafen uns seit der ersten Begegnung im Mai auf Ua Huka in den Marquesas immer wieder entlang der Route, nun trennen sich unsere Wege wohl für längere Zeit. Sie wollen noch etwas mehr Zeit für Fiji (was ich gut verstehen kann). Aber vielleicht gibt es diesen Winter ein Wiedersehen in der Schweiz.

Das Ausklarieren aus Fiji ist fast etwas kabarettistisch, aber zumindest ausgesprochen freundlich. Weil sich uns erst am Samstag ein Wetterfenster für die Passage nach Vanuatu eröffnet, legen sie Wert darauf, uns auch erst am Samstag abzufertigen. Doch dies führt dann zu zusätzlichen Gebühren von 280FJD (resp. 90CHF) für die Wochenendarbeit. Zumindest hat die Dame von der Biosecurity ein Einsehen und erledigt ihren Teil dann doch am Freitag, denn sie hätte sonst auch noch 400FJD verlangen müssen. Die beiden «versiegelten» Ziplock-Beutel mit dem Honig und Speck sind registriert, sie klebt nochmals grosszügig Klebband drum und weist ihre Kollegin von Customs an, dies dann morgen vor Auslaufen zu kontrollieren. Ich besuche am Morgen noch kurz eine Metzgerei in Nadi, die mit einer grossartigen Auswahl aufwartet und zudem gleich auch noch über eine angeschlossene delikate Bäckerei verfügt. Auf dem Rückweg stolpere ich noch über ein Geschäft mit Italienischen Spezialitäten. Ich komme mir vor wie im Schlaraffenland! Vor dem Auslaufen gehen wir zudem am Fuel Dock vorbei, was jedoch auch erst viel Geduld erfordert. Nach fast 2h Warterei können wir endlich anlegen, wobei erneut der seitliche Wind dies fast verunmöglicht. Nur dank des seitlichen Anschiebens des Bugs mit dem Dinghy vom Hafenmeister kommen wir an den Schwimmsteg. Wir tanken gut 600lt Diesel zu einem guten Preis (1.26CHF/lt !), ab Sonntag wäre ein weiterer Preisaufschlag erfolgt (Iran resp. USA sei Dank).

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