Unser Aufenthalt in den Marquesas beschlossen wir vor Tahuata, wohl einem unserer Lieblingsorte der Marquesas. Das Abwarten eines geeigneten Wetterfensters schenkte uns nochmals einige wundervolle Tage zum Abschluss auf diesem Archipel. Doch mit der Ankunft auf Raroia durften wir gleich erneut an einem der schönsten Plätze in den Tuamotus geniessen. Wir kamen uns vor wie im Paradies! Wohl auch dank Wetterglück (oder guter Planung?). Doch davon nun schön nacheinander:
Tahuata – Tekokuu und Hanatefau
In der Bucht von Tekokuu liegen wir zusammen mit der SY Balloon von Ana & Jim wunderbar. Wir können uns ein paar liegen gebliebenen oder zurückgestellten Boat Jobs widmen, aber nichts wirklich grosses. Vor allem entspannen wir uns und geniessen die Umgebung. Brigitt erledigt die Wäsche (gleich drei Maschinen voll!). Jim brachte mir vom Boatyard eine Tube Sikaflex, so kann ich das in Ua Pou vom Heckanker losgerissene Brett wieder am Heck montieren. Allerdings wird dies ein ziemliches Gebastel, denn die Schrauben wollen nicht passen und dann habe ich noch zu wenig Ersatz… es muss so ausreichen. Den Füllkragen am Wärmetauscher der Maschine muss ich auch ein zweites Mal einkleben. Bei einer Kontrolle habe ich mich unglücklich darauf abgestützt und den rausgehebelt. Auch habe ich nun ausreichend Zeit, den Blog nachzutragen und die ersten beiden Beiträge dieser Saison fertigzustellen. Ana und Jim lernten von Tracey und Steve das Spiel Brändi Dog, so setzten wir uns am Abend zusammen und spielten, erzählten und lachten. Jonas hat ihren Sohn Gareth an einem Teamevent von Bergschaft nun auch persönlich getroffen. Gareth absolviert die Ausbildung zum Bergführer und darf nun als Aspirant auch gewisse Touren selber oder unter Aufsicht leiten.







Der Wassermacher leckt etwas Oel beim Manometer, gut habe ich einen Ersatz an Bord und verbaue den nun. Auch mit der Elektronik schlagen wir uns etwas herum. Der Raymarine Plotter zeigte die Gezeitenstände nicht mehr fürs aktuelle Jahr 2026, doch ein Hinweis aus einem Chat des EBBYC (Eggs & Bacon Bay Yacht Club), dessen Mitglieder wir auf San Blas ehrenhalber geworden sind, bracte mich auf die Spur. Nach einem Update der SW funktionierts. So gut. Später zeigte sich dann, dass dafür nun die Lichteinstellung am Plotter im Cockpit sich nicht mehr verändern liess … so fuhren wir auf der Passage zu den Tuamotus dann ständig mit hell erleuchtetem Cockpit durch die Nacht. Erst ein weitere Update erledigte schliesslich auch dieses Problem. Wir hielten zwar ständig etwas Ausschau nach den Mantas vor der Bucht, konnten jedoch keine mehr entdecken. Sollte es bei diesen schönen Begegnungen des ersten Besuchs auf Tahuata bleiben?
Wir verlegen also nochmals in die südlich gelegene Bucht von Hanatefau in der Hoffnung auf Delfine. Dort lohnt sich zumindest auch das Schnorcheln entlang der Küste. Im Kontrast zu unserem ersten Besuch sind nun weitere 5 Yachten in der Bucht geankert. Eine Rally von Outremer-Katamaranen hat die Marquesas überflutet und schon auf Nuku Hiva zu vielen Klagen wegen überfüllter Ankerplätze geführt. Gut gehen die bald wieder weiter, diese Rallies sind echt eine Plage, sei es die ARC resp. WRC oder eben nun jene dieser Luxus- (oder Renn-)Katamarane von Outremer. Meist sind sie rieseig, über 50″ lang und ihr Kaufpreis beginnt gebraucht bei 1Mio und scheint nach oben offen zu sein. Bin ich neidisch? Nein, ich würde ihn selbst geschenkt gleich weitergeben.
Dann, am Freitag morgen zeigt sich eine grosse Gruppe von Delifinen vor der Bucht. Wir wuchten den Aussenborder aufs Dinghy und fahren ihnen nach. Sie ziehen gemächlich in die benachbarte Bucht im Norden, wo wir sie einholen. Nun erleben wir ein Spektakel der Extraklasse ganz für uns alleine. Eine Gruppe von über 20 Delfinen tummelt sich hier, schwimmt in Gruppen hin und her, einzelne springen hoch und drehen sich dabei um die eigene Achse (daher ihre Bezeichnung als Spinner Dolphins). Es ist ein überwältigendes Schauspiel. Wir fahren mit dem Dinghy langsam herum und beobachten sie. Ein Versuch, mit ihnen zu schnorcheln misslingt, offenbar mögen sie unsere Gesellschaft im Wasser nicht. Doch selbst vom Dinghy aus ist es wunderbar.











Die Windprognose lässt ab Sonntag eine gute Passage zu den Tuamotus erwarten. Vorher riskieren wir in eine grosse Flaute zu geraten, während im Süden gerade eine heftige Front über das Archipel hinwegzieht. Steve und Tracey berichten, wie sie im heftigen Regen auf Raroia abwettern und Böen bis 40kn widerstehen. Am Samstag gehen wir nochmals nach Atuona einkaufen, motoren also die 10NM in gut 2h nach Norden. Hier bekommen wir nochmals eine ordentlich grosse Auswahl an Lebensmitteln, was dann in den Tuamotus eher eingeschränkt sein wird. Beim Passieren der Bucht von Hanamoeana begegnen wir wieder einer grossen Gruppe von Mantas. Brigitt springt ins Wasser mit der Taucherbrille und verfolgt sie eine Weile, während ich die Shiva mehr oder weniger an Ort halte. Der Einkauf gelingt recht erfolgreich: jemand nimmt mich per Autostop mit zum Laden, nach dem Einkauf (49kXPF resp. 400CHF) fährt mich die Ladenbesitzerin persönlich zurück zum Dock und hilft mir sogar beim Einladen der vielen Taschen ins Dinghy. Den Rückweg können wir dann unter Segel zurücklegen. Leider sind keine Mantas mehr da, und auch die Delfine sind heute nicht zu entdecken. Wir verbringen den Abend nochmals mit einer Partie Dog mit Ana und Jim.
Am Sonntag gehen wir gemeinsam mit ihnen hinüber ins Dorf Hapatoni und besuchen den Gottesdienst. Die Messe ist sehr gut besucht, auch fast die ganze Boater Community ist anwesend. Wir sind fasziniert von der wunderbaren, lebensfrohen Stimmung in der Kirche. Die Messe wird mit traditioneller Musik und Gesang begleitet. Zwar verstehen wir fast nichts von der auf polynesisch, resp. marquesianisch gesprochenen und gesungenen Messe, doch wir können die Analogien mit einem traditionellen katholischen Gottesdienst ableiten. Nach der Messe spreche ich den Pfarrer an. Er trägt zahlreiche Tattoos, eines prominent über die ganze Seite seines Gesichts. Ob es denn nicht ein Widerspruch sei, dass er einen Katholizismus praktiziere, nachdem ausgerechnet die katholischen Missionare vor 150 Jahren die polynesische Kultur unterdrückt und praktisch ausgelöscht hatten. Tattoos galten als Verehrung falscher Götzen und waren bis weit ins letzte Jahrhundert noch verboten. Seit nicht allzu langer Zeit hat sich dies nun gewandelt und man versucht zu rekonstruieren und beleben, was leider mangels Dokumentation in grossen Teilen vergessen gegangen ist (eben weil es unterdrückt wurde). Da stimmt er mir zu, hebt jedoch die positive Entwicklung der letzen Jahrzehnte hervor und die grosse Unterstützung, die sie aktuell aus dem Vatikan erfahren.
Passage zu den Tuamotus (440NM, davon 378 gesegelt)
Am Sonntag gegen mittag gehen wir Anker auf, gemeinsam mit SY Balloon. Sie steuern allerdings Amanu an, das weiter im E liegt. Ihren ursprünglichen Plan, bis zu den Gambiers zu gelangen, haben sie aufgeben müssen: Zu anstrengend und weit gegen den vorherrschenden Wind. Wir setzen die Segel ganz, schliesslich ist ja nur moderater Wind angesagt. Bis wir jedfasziniert och aus der Abdeckung der hohen Bergkette von Tahuata weg sind dauert es noch eine kurze Weile. Erst kommen dann einige Böen von knapp 20kn, doch bald sind wir in stabilem Wind von der Seite auf gewünschtem Kurs nach Süden, Raroia. Mit rund 15kn Wind aus E machen wir mehr als 8kn Fahrt, …so wären wir ja schon nach gut 2 Tagen dort! Ein Fisch beisst an der Angel, … doch nach dem Ausrauschen des Silks und Abstoppen ist er leider wieder weg. Zumindest ist der Köder noch dran! Es läuft sehr gut und trotz der hohen Geschwindigkeit doch recht ruhig, auch durch die Nacht hindurch. Der Wind lässt etwas nach und am nächstden Mittag verzeichnen wir ein erstes ETMAL von 176NM.







Am Morgen beisst wieder ein Fisch an und die Leine rauscht kraftvoll aus. Ich stoppe die Trommel ab, und … mir stockt der Atem: Da zappelt ein gewaltig grosser Tuna weit hinten an der Leine und springt über die Wellen. Oh mein Gott … das Schauspiel währt leider nicht lange, denn diesmal reisst der doppelt geführte Silk am Vorfächer. Der war definitiv zu gross für unsere Leine von 50lb resp. 25kg. Leider war der äusserst erfolgreiche bunte Octopus-Köder damit auch weg. Gut habe ich in Nuku Hiva eine neue Leine mit 60kg Bruchlast gekauft (wobei die gleich viel wie 12kg Tuna Filet direkt vom Fischer gekostet hat!). Jetzt muss ich mich nur noch aufraffen, den Silk auf der Trommel zu ersetzen.
Die Fahrt wird langsamer, bei nur noch 10kn Wind kommen wir noch mit 5-6kn voran. Auch die zweite Nacht verläuft so sehr ruhig. Dies bezeichnet man als Champagner-Segeln! Am Morgen nach Sonnenaufgang ersetzen wir die Genua durch den Genaker. Mittlerweile erreicht der Wind nur noch selten 10kn, doch mit Genaker können wir trotzdem noch mit rund 5kn weitersegeln. Musk’s Starlink hat aus irgendwelchen uns nicht erkennbaren Gründen den Dienst auf hoher See ausgesetzt… wir bekommen nur noch Netz, wenn wir höchstens 12NM von einer Landmasse entfernt sind. Gut liegen die Iles du Désappointement auf unserem Weg, wir segeln genau zwischen den beiden klitzekleinen Inselchen durch. Offenbar wurden die schon Seglern auf dieser Route zum Verhängnis und sie donnerten in voller Fahrt aufs Riff … da hat aber definitiv etwas an der Vorbereitung zur Passage gefehlt? Nachts um 03h erreichen wir den 12NM-Kreis und tatsächlich: die Verbindung steht! Schnell eine aktuelle Windprognose heruntergeladen, sowie den aktuellen Tages-Anzeiger als ePaper und dann noch ein paar Whatsapp verschickt. Gut 4h später verlassen wir die 12NM Zone auf der anderen Seite wieder. Doch nun sinds ja nur noch gut 100NM bis Raroia. In den zweiten 24h erreichen wir ein ETMAL von 122NM.
Der Wind wird nun nochmal schwächer und liegt nun oft bei gerade mal 6kn. Aus E kommt hingegen doch eine recht hohe Welle, vermutlich von der in den letzten Tagen vorbeiziehenden Sturmfront. In solchen Verhältnissen stehen die Segel schlecht und schlagen gegen das Rigg. Der Lärm ist nervtötend, da nehme ich lieber die Maschine in Anspruch. Am Nachmittag kommt dann wieder etwas Wind auf und wir segeln ruhig in die Nacht. Aus Vorsicht rollen wir den Genaker am Abend wieder ein, da im Dunkeln der Himmel und insbesondere herannahende Squalls nicht sichtbar wären. Aufrgund der Windprognose reffen wir sogar das Grosssegel… doch nichts dergleichen. Erst morgens, 1h vor Sonnenaufgang kommt ein heftiger Regenschauer auf, begleitet von Sturmböen mit 25kn. War also vielleicht doch eine gute Entscheidung am Vorabend! Ich werde klitschnass geregnet, werfe mich schliesslich gar ins Oelzeug.





Hinter dem Regenschauer geht die Sonne auf … und der Wind schläft erneut ein. Es fehlen uns ja nur noch knapp 10NM bis zur Einfahrt, also geht’s das letzte Stück wieder unter Maschine flott auf den Passe Ngarue zu. Wir wissen, dass wir zeitlich in der Gegend des maximal auslaufenden Tidenstroms liegen, doch den sollte unsere Maschine schaffen. Stehende Wellen und eine kabbelige See stehen aussen im Pass, doch wir können uns von N kommend vor diese Wellen schieben und dann problemlos durch den recht breiten Pass gegen 4kn Strom vorwärts arbeiten. In der Lagune angekommen ist’s ungewohnt ruhig. Das Meer liegt flach vor uns, und wir motoren hinüber auf die gegenüber liegende Seite der Lagune. Die hat ja beachtliche Ausmasse von 21 x 7NM, also etwa halb so gross wie der Bodensee. Stellenweise weist sie eine recht grosse Wassertiefe von 50m auf, doch muss man bei der Durchfahrt ein gutes Auge auf die Bommies haben. Diese Korallenstöcke kommen bis knapp unter die Wasseroberfläche und sind neckischerweise auf den Seekarten nicht verzeichnet. Bei Sonnenlicht sind sie an der Oberfläche jedoch recht gut als grüne Flecken zu erkennen, man muss halt ein Auge darauf haben. Auch leisten Satellitenbilder hervorragende Dienste bei der Navigation durch diesen Hindernisparcours. Wir finden am östlichen Rand des Atolls einen wunderbaren Ankerplatz auf Sand und geniessen unsere Ankunft in den Tuamotus. 440NM, davon 378 gesegelt in Total 2Tg 22h (6.1kn). Wir liegen hier als einzige Yacht (obwohl als einer der beliebtesten Plätze ausgezeichnet).
Angekommen in einem weiteren Paradies!
Raroia
Unser erster Ankerplatz in den Tuamotus ist ein echter Genuss und ein grosser Kontrast zu den Marquesas. Klares Wasser, das den Blick bis auf den Grund freigibt. Kein Schwell, man liegt völlig ruhig vor Anker. Nachdem wir uns von der Passage erholt und mit Pancakes zum Frühstück gestärkt haben, besuchen wir die Schnorchelplätze an den schmalen Durchflüssen zwischen den Motus durch den schmalen Korallenring hindurch. Hier macht die Strömung nicht viel aus, so dass ein Besuch zu jeder Tageszeit gut ist. Wir ziehen Hochwasser vor, so bekommen wir etwas mehr Wassertiefe. Doch bei Halbmond ist der Tidenhub eh nicht sehr gross, hier drin vielleicht knapp 30cm.
Mit dem Dinghy fahren wir hinüber zum Motu und vertäuen es am Strand. In der sogenannten «Octopus Alley» sehen wir alles mögliche, nur keinen Octopus. Es hat diverse Sharks, eine Muräne, schöne Korallen und viele weitere Fische. Das kristallklare Wasser begeistert, was für ein Unterschied zu der trüben Sosse in den Marquesas! Auch der anschliessende Rundgang ums Motu ist sehr kurzweilig. Zahlreiche Seeschwalben (White Terns) und Tölpel (Boobies) nisten hier in den Büschen. Am Strand liegt leider auch einiges an angeschwemmtem PET herum, das wir einsammeln. Die Beschriftungen sind allesamt asiatisch, vermutlich von chinesischen Fischern … Pfui! Auch der zweite Schnorchelplatz, ein weitläufiger Korallengarten mit vielen vereinzelten Stöcken begeistert.




















Etwas weiter nördlich liegt jenes klitzekleine Motu, auf dem die Kontiki von Thor Heyerdahl in 1947 gestrandet war. Mit diesem aus Balsaholz und Schilf gebauten Floss wollte der Norweger seine Theorie beweisen, dass die Besiedlung von Polynesien von Südamerika ausgegangen sei, was jedoch von «Fachleuten» als seefahrerisch unmöglich galt. Doch seine Truppe schaffte es mit dem Floss innert 101 Tagen von Peru aus bis hierhin zu segeln (oder eher zu treiben: Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 1.5kn!). So erinnert nun ein Gedenkstein an diese herausragende Leistung. Doch seine Theorie erwies sich halt doch als falsch. Der genetische Abdruck bestätigt, dass die Besiedlung eben doch von Asien ausgegangen sein muss, auch wenn dies also entgegen der vorherrschenden Windrichtung erfolgt sein muss. Zumindest widerlegte er mit dieser Leistung bombastisch seine damaligen Kritiker. Beachtlich.










Nach einigen Tagen kommen ein paar weitere Yachten an unseren Platz, und wir verlegen nun in den Norden des Atolls. Erneut finden wir einige sehr schöne Schnorchelplätze, sammeln Treibgut auf den Motus zusammen. So können wir schliesslich die SY Wildmaa nach deren Eintreffen in Raroia auch mit 2 Floaties versorgen. Beim Ankern muss (resp. sollte) man in den Tuamotus an vielen Stellen den hinteren Teil der Ankerkette mit solchen auf Perlfarmen verwendeten Bojen aufhängen. Entscheidend beim Ankern ist jedoch immer zuerst, dass der Anker fest sitzt, sodass das Boot hält und der vordere Teil der Kette auf Sand zu liegen kommt. Doch den hinteren Teil hängt man so alle 5m mit einem Floatie auf, sodass diese beim Schwojen über die Korallenstöcke hinweggleitet.















Ein Wetterfenster bietet sich am Pfingstmontag für die Passage nach Makemo, unserem nächsten Atoll an. So überqueren wir am Nachmittag nach kurzer Begegnung mit Denis & Thea von der SY Wildmaa das Atoll in Richtung Pass. Der gute Wind erlaubt uns mit der Genua zu segeln, die Bommies sind hier ja recht gut zu erkennen, sodass man ihnen auch unter Segel ausweichen kann. Als wir beim Pass ankommen stellen wir fest, dass es wohl zu spät ist, auch noch das kleine Dorf zu besuchen. Wir ankern beim Pass und ich springe ins Wasser um den dort verzeichneten Schnorchelplatz zu prüfen. Gleich im Wasser begegne ich einigen Reef Sharks, beim Riff sehe ich zahlreiche Prachtsexemplare von Groupers und Parrotfish. Schnell ist der Entscheid getroffen, unsere Losfahrt um nochmals einen Tag zu verschieben. Für die Nacht brauchts nochmals ein Ankermanöver, der erste Versuch platzierte uns zu nah am Ufer. Doch hier ists richtig tief, wir ankern schliesslich in 20m Tiefe mit 55m Kette. Die Nacht wird zwar etwas unruhig, weil wir dem Schwell des kräftigen Wind über die Lagune ausgesetzt sind, doch zumindest haben wir nun gut geankert. Der nächste Morgen entschädigt dann mit einem sehr schönen Schnorcheltrip durch ein Labyrinth von schroffen Korallenstöcken mit einer Vielzahl von recht kapitalen Fischen. Ich erinnere mich nicht daran, je einen so grossen Zackenbarsch gesehen zu haben, der ist sicher länger als 1m (aber leider nicht auf der Kamera)!











Wir verlegen danach doch noch ins Dorf, auch um bei Losfahrt sicher zu sein, dass wir den Anker frei bekommen. Die Ortschaft Ngarumao ist winzig, verfügt jedoch über ein massives Dock aus Beton und einen eigenen Flugplatz (auch wenn dieser nur einmal pro Woche bedient wird). Da wegen dem immer noch anhaltenden kräftigen Wind immer noch ordentlich Schwell steht, ankern wir nahe beim Dock, sodass wir rudernd mit dem Dinghy hinüber setzen können (also die 20kg vom Aussenborder nicht auch noch hinüber und insbesondere zurück wuchten müssen). An Land begegnen wir vielen freundlichen, aufgestellten Leuten. Kinder beschenken Brigitt mit aus Palmwedeln gefalteten Blumen. Wir treffen auf eine Perlfarm, die uns willkommen heisst und zum Zuschauen einlädt. Sie impfen gerade Austern mit keinen Plastikkugeln und einem winzigen Stückchen Muschelfleisch, damit daraus nach einigen Monaten in der Lagune dann eine jener berühmten Südsee- oder Tahiti-Perlen wird. Wir dürfen den Arbeiterinnen bei ihrer Präzisionsarbeit über die Schulter gucken und sind fasziniert. Auf den Gambiers war uns dies alles hinter hohen Zäunen oder weit draussen in der Bucht auf Stelzenhäusern verborgen geblieben. Schliesslich bekommen wir auch noch ein feines Mittagessen aufgetischt, Hamburger mit Brotfrucht-Fries, einer mit Tuna, der andere mit Beef. Beide sehr lecker. Unsere Gastgeberin Vaea erzählt von ihren früheren Reisen in alle Welt. Auch in der Schweiz war sie schon, nämlich in Genf.
So kehren wir gestärkt zurück an Bord der Shiva und sind bereit für unsere Passage über Nacht hinüber nach Makemo, dem übernächsten Atoll Richtung Westen. Doch davon ein andermal (insbesondere von der sehr herausfordernden Einfahrt durch den Pass …).
















